„Wir haben ein politisches Mandat“

„Wir haben ein politisches Mandat“

Wolfgang Völker vom Diakonischen Werk Hamburg
über die Perspektiven Sozialer Arbeit

In der Reihe „Hamburg! Gerechte Stadt“ wird am 21. November 2017 gefragt: „Soziale Arbeit – wie lange funktionieren wir noch?“ Wie definieren Sie funktionierende Soziale Arbeit?

Ein wichtiges Kriterium ist die Freiheit, die soziale Arbeit den Menschen lässt. Hilfe wird
staatlicherseits immer mehr mit Kontrolle verbunden. Hamburg verweigert zum Beispiel ausländischen Wohnungslosen einen Platz im Winternotprogramm. Wir fragen, sollen wir uns an der Sortierung der Menschen nach Berechtigten und nicht Berechtigten beteiligen? Sollen wir Menschen wegschicken, weil sie Ausländer sind? Sollen wir bei der Elendsverwaltung mithelfen? In der Veranstaltung wird es um unsere sozialethischen Prinzipien gehen.

Wie sollten die Akteure der sozialen Arbeit in der gegenwärtigen Krise handeln?

Sozialarbeiter dürfen nicht vergessen, dass die Probleme, mit denen sie zu tun haben,
Probleme unserer Gesellschaft sind. Es kommt darauf an, die Probleme nicht bei den Menschen
zu sehen, sondern bei den gesellschaftlichen Verhältnissen. Wir diskutieren darüber unter dem Stichwort „politisches Mandat“: das heißt wir müssen die sozialpolitische Situation analysieren und dann Forderungen an den Staat stellen. Tun wir das nicht, bleibt nur Elendsverwaltung. Was nützt unser Beratungsangebot für Wohnungslose, wenn Wohnungen für bedürftige
Menschen fehlen? Genauso ist es mit Langzeitarbeitslosen: Sie brauchen keine kurzfristigen
Beschäftigungsprogramme, sondern Arbeit.

Die Diakonie Hamburg-West/Südholstein betont mit ihrer Kampagne nicht mehr die Schmerzgrenze, sondern stellt die Kompetenz der Diakonie nach vorn und sagt „mehr davon“. Ist das ein Weg?

Diakonische Projekte erfüllen einen doppelten Zweck: Sie helfen Menschen bei der
Alltagsbewältigung in schwierigen Situationen. Zugleich versteht sich der Verband als Lobby für die Benachteiligten gegenüber der Politik. Beide Prinzipien müssen erfüllt sein. Das halte ich für eine positive Strategie zur Bekämpfung von Armut.

 

21. November 2017, 17:30 – 19:30 Uhr
Soziale Arbeit – wie lange funktionieren wir noch?
Zwischen Elendsverwaltung und politischem Mandat

Diskussion in der Reihe „Hamburg! Gerechte Stadt“
Tagesaufenthaltsstätte Bundesstraße 101, Hamburg

 

Flüchtlinge: Die Politik gefährdet Integration

Sozialarbeit im diakonischen Geist hat es schwer

Ludger Fischer, Diakonieverein Migration Pinneberg
Ludger Fischer leitet den Diakonieverein Migration in Pinneberg.

 „Wir könnten viel mehr Integration für Flüchtlinge schaffen, wenn alle an einem Strang zögen“ erklärt der Diplom-Sozialwissenschaftler. Seit 30 Jahren arbeitet er in der Flüchtlingshilfe.

Weiterlesen

Soziale Arbeit zwischen Geld und Liebe?

Soziale Arbeit zwischen Geld und Liebe?

lindenberg03
Michael Lindenberg, Professor an der Ev. Hochschule
für Soziale Arbeit und Diakonie, Das Rauhe Haus in Hamburg

Der Versuch, den Wert sozialer Arbeit ökonomisch zu messen, führe in die Irre, wendet sich Michael Lindenberg gegen Britta Wagner. Ihre Aufgabe sei es, Räume zu schaffen, die frei von wirtschaftlicher Effizienz  seien.

Weiterlesen

Wir investieren in die Qualität unseres Teams

Wir investieren in die Qualität unseres Teams

Frank Craemer
Frank Craemer, Leiter der Lukas Suchthilfezentrums Hamburg-West

„Wir kämpfen um den Erhalt der erreichten Standards. Vor 25 Jahren, als ich anfing, war das Hilfesystem längst nicht so differenziert“, erklärt Frank Craemer. Aber es werde immer schwerer, Fachkräfte zu finden und zu binden.

Weiterlesen

Perspektivenwechsel: Den Wert sozialer Arbeit betonen

Den Wert sozialer Arbeit betonen

britta wagner klein
Beraterin Dr. Britta Wagner, Nürnberg

„Seid selbstbewusster, Ihr verdient es“, fordert die
Sozialwissenschaftlerin von Menschen in Sozialen Berufen. Ihre Arbeit schaffe Werte, die sich in Zahlen ausdrücken ließen, so ihre Botschaft.

Weiterlesen