Ziele der Kampagne

Die Ziele der Kampagne

„Verantwortung zu tragen kann Last sein und Angst auslösen, wenn die positiven Motive wie Anerkennung, Prestige und Honorierung fehlen. Die hohen menschlichen und fachlichen Anforderungen spiegeln sich weder in der materiellen Entlohnung noch im gesellschaftlichen Ansehen. Warum werden soziale Berufe unterschätzt, warum müssen Berater ihre Arbeit unter Wert anbieten?“

Mit dieser Fragestellung entwickelten Beraterinnen der Diakonie Hamburg-West/Südholstein die Kampagne Diakonie. Gut beraten.

Vom Wert zu den Werten

Im Herbst 2015 begann die Kampagne mit der Diskussion um den Wert der Sozialen Arbeit, die im Forum auf dieser Website geführt wird.

Im Jahr 2017 stellen wir die Qualität unserer Arbeit in den Mittelpunkt. Wir wollen diskutieren,  wie wir höchste Qualität sichen können.

Diskutieren Sie mit im Forum auf dieser Website. Mehr über Motive und Ziele der Kampagne.



Die erste Kampagnen-Veranstaltung im September 2016 war ein Erfolg.
Hier der Bericht:

Sprachfähig werden

Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen.
Eine Ideensammlung in Norderstedt

Anais Herrmann

(sm) Rund 1.400 Menschen flüchteten im vergangenen Jahr nach Norderstedt. Die Erstversorgung sei weitgehend abgeschlossen, erklärte Norderstedts Sozialdezernentin Annette Reinders vor fast 200 Fachleuten, Ehrenamtlichen und Politikerinnen am 29. September im Norderstedter Rathaus. Jetzt gehe es darum, Perspektiven zu entwickeln.

Viele Ankömmlinge hätten Schlimmes hinter sich, zwischen 25 und 50 Prozent seien traumatisiert, berichtete die Traumapädagogin Anais Herrmann. Erfahrungen von Gewalt könnten die Psyche so nachhaltig verletzen, dass es zu Störungen der Wahrnehmung der Realität und des Verhaltens komme: „Traumatisierte Menschen laufen häufig mit `eingekapselten´ Aggressionen durchs Leben. Die erneute Erfahrung von Hilflosigkeit kann Verhaltensweisen auslösen, die Rätsel aufgeben. Oft schlagen sie aus scheinbar nichtigem Grund um sich, verbal oder handgreiflich. Andere ziehen sich zurück und verstummen.“

Die aufnehmende Gesellschaft stehe vor der Herausforderung, traumatisierte Menschen zu unterstützen und ihnen trotz ihrer psychischen Belastungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die in der sozialen Arbeit Tätigen müssten den richtigen Umgang mit „schwierigen“ Menschen lernen. Zu wissen, dass Traumatisierung die Ursache von Konflikten sein könne, brächte Entlastung und eröffne Möglichkeiten der Kommunikation. „Mir geht es um Sprachfähigkeit“, fasste Anais Herrmann ihr Anliegen zusammen.

Beate Pfeiffer, Leiterin der ev. Familienberatungsstelle Norderstedt, hatte die Veranstaltung gemeinsam mit Offiziellen der Stadt organisiert – auch mit der Absicht, Ideen für den Umgang mit Traumatisierten zu sammeln: „Unsere Erwartungen wurden übertroffen.“ In der angeregten Diskussion machten die Teilnehmerinnen unter anderem Vorschläge zur fachlichen Begleitung Ehrenamtlicher und zur Schaffung sicherer Räume für Flüchtlinge. Im Regionalen Arbeitskreis der Stadt Norderstedt, dem soziale Einrichtungen und Behördenvertreter angehören, sollen die Ideen konkretisiert werden.

Mehr erfahren: Ev. Beratungsstelle für Familien – Sicher im Leben, Norderstedt